Der EC-KAC erwischte einen idealen Start in die Finalserie und ging nach nur 144 Sekunden in Führung: Thimo Nickl schlenzte aus dem rechten Rückraum, Finn van Ee kreuzte von links aus vor den Torraum und fälschte zur Führung ab (3.). Nach einem Turnover der Rotjacken an der offensiven blauen Linie enteilte Thomas Raffl über die linke Seite, sein Querpass wurde aber abgefangen (6.). Daniel Obersteiner verfehlte bei einem Onetimer-Versuch aus kurzer Distanz die Scheibe, bei einem Hochegger-Schlenzer zog Atte Tolvanen noch rechtzeitig die Schulter hoch (jeweils 9.). Sein erstes Powerplay verwandelte der Titelverteidiger in den Ausgleichstreffer: Scott Kosmachuk legte aus dem rechten Faceoff-Kreis quer und Mario Huber übernahm im linken direkt (11.). Wieder vertändelten die Klagenfurter vorne an der blauen Linie den Puck, Thomas Raffl ging ins partielle Breakaway, an dessen Ende er aber von Sebastian Dahm mit der Schulter verneint wurde (16.). Die Rotjacken kreierten im ersten Abschnitt etwas mehr Offensive: Sowohl bei einem Petersen-Schlagschuss aus dem hohen Slot (16.) als auch bei einer Peeters-Direktabnahme von den linken Hashmarks aus (17.) war Tolvanen mit dem Pad zur Stelle.
Den Rest einer sich über die erste Pause erstreckenden Phase numerischen Nachteils – sechs Befreiungen – überstanden die Rotjacken gut, erst danach wurde Salzburg wieder gefährlich: Krening und Murphy stocherten nach der am Torraum tänzelnden Scheibe, Dahm machte unten alles zu (23.). Senna Peeters scheiterte nach diagonalem Net Drive über rechts knapp an Tolvanen (27.), dessen Gegenüber sich mit der Schulter bei einem Thaler-Schlenzer aus dem hohen Slot auszeichnete (28.), ehe er einen scharfen Wristshot von Kosmachuk mit der Brust parierte (29.). Im ersten KAC-Powerplay der Partie suchte Peeters den Pass an die lange Stange zu Pastujov, der jedoch abgefangen wurde (32.), danach schlenzte Maximilian Preiml aus dem rechten Rückraum und Raphael Herburger fälschte am Crease durch die eigenen Beine hindurch knapp an der langen Ecke vorbei ab (35.). Bei einem „Zwei-gegen-Eins“-Konter der Gäste umkurvte Lucas Thaler Sebastian Dahm, der Klagenfurter Schlussmann drückte jedoch nach und versperrte den Weg der Scheibe zum Tor (36.). Im zweiten Powerplay für die Rotjacken ergaben sich zwei dicke Gelegenheiten: Nick Petersen nahm den Puck an, anstatt direkt abzuziehen, Tolvanen brachte sich somit noch in die Position für eine Parade, als der ICE-Topscorer dann von links aus scharf schlenzte, rutschte dem Finnen die Scheibe bedrohlich durch, ein Verteidiger klärte jedoch noch vor der Linie (jeweils 37.).
Im dritten Abschnitt zog Fabian Hochegger über die linke Seite diagonal zum Tor, traf allerdings nur das Außennetz, bei angezeigter Strafe gegen Salzburg pfefferte Tobias Sablattnig einen Blueliner von links aus nur an die Stange (jeweils 44.). Im dritten KAC-Powerplay der Partie spielte Jan Muršak auf der rechten Seite einen steilen Flip-Pass, Raphael Herburger lenkte ihn mit der Schlägerschaufel hauchdünn am Tor vorbei (46.). Als die Gäste mit einem Mann mehr am Eis waren, verteidigte sich Klagenfurt mit sechs Clearings stark, für Schüsse von Peter Schneider (48.) und Ryan Murphy (49.) war bei Sebastian Dahm Endstation. Bei „Fünf-gegen-Fünf“ kam es beiderseits nur noch zu Halbchancen, zu stabil standen die Abwehrreihen der beiden Teams. Ein spätes Powerplay erhielten die Rotjacken aber noch: Onetimer von Nick Petersen von links (56./an der kurzen Ecke vorbei) und Matt Fraser (57./aus spitzem Winkel an die Außenstange) gingen jedoch nicht ins Tor und die Partie damit in die Verlängerung.
In dieser Overtime hatten die Gastgeber die konkreteren Chancen: Nick Petersen schloss aus der Halbdistanz nach zentralem Zoneneintritt mit Doppelhaken zu mittig ab (61.), bei einem tiefen „Zwei-auf-Eins“ blockte Phillip Sinn den Querpass von Kevin Clark gut ab (62.). Im Pech waren die Klagenfurter, als Thimo Nickl aus dem rechten Rückraum schlenzte und der vor dem Torraum kreuzende Nick Petersen fast ideal tippte, die Scheibe flog aber um Zentimeter flach an der langen Ecke vorbei (67.). So kamen wie im ersten Finalduell der vergangenen Saison die Roten Bullen zum Overtime-Auswärtssieg zum Serienauftakt: Im doppelten Zweikampf an der linken Halfwall stocherte Nash Nienhuis den Puck zu Lucas Thaler, dieser zog bis zu den Hashmarks zur Mitte und schlenzte das Spielgerät über Dahms Fanghand hinweg in die Maschen (69.).
Post Game-Kommentar von Head Coach Kirk Furey:
„Das war wie erwartet ein enges Spiel, beide Mannschaften ließen sich gegenseitig nicht viel Platz. Meiner Meinung nach spielten wir und Salzburg vor dem eigenen Tor beide sehr kompakt, leider gelang uns im Gegensatz zum Gegner kein Powerplaytreffer. Insgesamt brachte das Überzahlspiel aber mehr gute Möglichkeiten als zuletzt, darauf und auf einigen anderen Offensivaktionen können wir sicher aufbauen. Unser Auftritt war in Summe ziemlich in Ordnung, aber wir wollen uns am Sonntag steigern und uns in Salzburg den Heimvorteil zurückholen.“

